Studie von Bain & Company: Vom Automobilbauer zum Mobilitätsdienstleister

21. September 2011 PR Presse Schlagwörter: 0 Comments
München. In Zukunft werden viele Großstädter nicht mehr auf einzelne Autos oder andere Verkehrsmittel zugreifen, sondern auf alternative Mobilitätsangebote ausweichen. Das ist ein Ergebnis der Studie “Vom Automobilbauer zum Mobilitätsdienstleister”, die die Strategieberatung Bain & Company jetzt vorgelegt hat. Obwohl viele Städter in der Zukunft kein Auto haben werden, möchten sie auf individuelle Mobilität nur ungern verzichten. Die Gründe für das geänderte Mobilitätsverhalten sind vor allem strengere Umweltauflagen und ein verändertes Nachfrageverhalten. Studie von Bain & Company: Vom Automobilbauer zum Mobilitätsdienstleister Viele Automobilhersteller haben ihre Chance auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder erkannt und pilotieren derzeit ergänzende Angebote wie Car Sharing oder kombinierte Dienste bis hin zur Mobilitätskarte. Allerdings haben die wenigsten Hersteller schon Geschäftsmodelle etabliert, die die Möglichkeiten der neuen Mobilität und ihr traditionelles Kerngeschäft mit Neuwagen, Ersatzteilen, Service und Finanzdienstleistungen vernetzen. Neu entstehende Geschäftsfelder wie Car Sharing, Elektromobilität, mobile Dienstleistungen und intermodale Mobilität können profitabel betrieben werden. Gleichzeitig drängen neue Spieler aus angrenzenden Bereichen in diese Geschäftsfelder wie zum Beispiel Autovermieter oder Car-Sharing-Spezialisten bis hin zu etablierten Technologiekonzernen wie Google oder Apple. Die Automobilbauer laufen dadurch Gefahr, die Schnittstelle zum Endkunden und damit die strategische Kontrolle zu verlieren. Die Herausforderung für die Hersteller liegt darin, traditionelle Pfade zu verlassen und vorhandenes Know-how völlig neu einzusetzen. Sie sind gefordert, diese neuen Angebote mit ihrem traditionellen Geschäftsmodell zu verbinden. “Eine Aufgabe, die in der Branche größtenteils ungelöst ist”, so Automobil-Experte Dr. Klaus Stricker, Partner bei Bain & Company. “Die Automobilhersteller müssen jetzt richtungsweisende Entscheidungen treffen, um ihr Geschäftsmodell auch für die Zukunft optimal und nachhaltig aufzustellen.” Die Studie “Vom Automobilbauer zum Mobilitätsdienstleister” von Bain & Company hat Trends, die zur Veränderung der urbanen Mobilitätsbedürfnisse führen, neue Geschäftsmodelle sowie integrative und innovative Strategien für die Automobilhersteller untersucht. Weiterhin analysiert die Studie neue Mobilitätsservices und -modelle und zeigt prinzipielle Möglichkeiten des Engagements für die Automobilhersteller auf. Mobilitätsdienstleistungen mit hohem Wachstum “Obwohl der traditionelle Automarkt vor allem durch die hohe Dynamik in den Schwellenländern wächst, gibt es in den Städten deutlich erkennbare Trends, die vom eigenen Auto über das ‚geteilte‘ Auto bis zur vernetzten Mobilität reichen”, so Bain-Experte Stricker. Eine Entwicklung, die sich aufgrund der fortschreitenden Urbanisierung noch verschärfen wird: Bis 2020 werden rund 55 Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Ballungszentren leben, 1995 waren es nur 45 Prozent. Doch schon heute fehlt es gerade in den Metropolen an Verkehrsinfrastruktur und Parkplätzen für das Fahren mit dem eigenen Auto. Daneben verliert das Auto als Statussymbol insbesondere unter Jüngeren in den Metropolen an Bedeutung. Nach Bain-Analysen haben die traditionellen Automobilhersteller noch höchstens 18 Monate, um integrierte Geschäftsmodelle zu entwickeln. Denn um beispielsweise das Potenzial der Elektromobilität auszuschöpfen, müssen auch Lösungen für Batterieleasing, „grünen Ladestrom“, die so genannte intelligente „Wallbox“ und eine funktionierende Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden. Newcomer wie “The Mobility House” bieten pragmatische AnsätzeBereits heute tummeln sich auf diesem Markt Newcomer, wie “The Mobility House” in Salzburg, die sich den Herstellern als Partner mit schnellen, pragmatischen Ansätzen anbieten. “Der Mobilitätsmarkt ist grundsätzlich interessant und wächst schnell, löst aber das bisherige Geschäftsmodell der Automobilindustrie nicht ab”, sagt Bain-Experte Stricker. “Neue Strategien rund um individuelle Mobilität sollten deshalb das Kerngeschäft ergänzen und die bestehenden Strukturen nutzen, wie zum Beispiel das Händlernetz oder Beziehungen zu Geschäftskunden.” Viele Automobilhersteller haben bereits eigene Pilotprojekte zu Car Sharing und kombinierbaren Mobilitätsdiensten gestartet: Der französische PSA-Konzern testet mit seiner Marke Citroën ein umfangreiches Mobilitätsangebot, bei dem die Automarke als Mobilitäts- und Reiseagentur fungiert. Solche Angebote – auch von deutschen Herstellern – sind bisher jedoch nur fragmentiert vorhanden und kaum in die Kerngeschäftsprozesse der Automobilhersteller integriert. Daimler bietet mit „Car2Go“ Car Sharing in Ulm, Hamburg und Austin (Texas) an. BMW ist mit „DriveNow“ in München und Berlin präsent und VW startet mit „Quicar“ in Hannover. Berater Stricker: “Diese Projekte müssen im nächsten Schritt zu einem integrierten Ansatz weiterentwickelt werden, der die gesamte Bandbreite der neuen Mobilitätsangebote umfasst und sie systematisch mit dem existierenden Kerngeschäft verbindet.” Die Bain-Studie identifiziert vier Normstrategien für die Automobilhersteller, sich im Feld der neuen Mobilität zu positionieren:
  • Der “integrierte Mobilitätsdienstleister”
  • Der “Vermittler”
  • Der “Selektierer”
  • Der “Minimalist”
Die Hersteller müssen sich entscheiden, in welchem Segment der modernen Mobilität sie sich in Zukunft engagieren wollen und wie sie das in ihre bestehenden Strukturen und Kompetenzen integrieren können. “Entscheidend für den Erfolg einer integrierten Mobilitätsstrategie ist die Nähe zum eigentlichen Kerngeschäft des Herstellers”, sagt Klaus Stricker. “Nah an den Kernkompetenzen liegende Leistungen kann er selbst erbringen, weiter entfernt liegende sollten gemeinsam mit Partnern angeboten werden.”

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