Dezentrale Speichersysteme, ihre Rolle für die Energiewende und dafür notwendige Rahmenbedingungen

2. Mai 2016 Marcus Fendt Energiespeicher, Unternehmen Schlagwörter: , , , 0 Comments

Die Energiewelt ändert sich von einer zentralen und konventionellen Energieversorgung mit Echtzeitausgleich von Angebot und Nachfrage, hin zu einer dezentralen Versorgung mit erneuerbaren Energien und neuen Möglichkeiten der Zwischenspeicherung zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Diese Transformation wird begleitet durch Rahmenbedingungen und Regularien, welche neue Technologien (z.B. Solar – oder Windkraftanlagen) entsprechend fördern oder zumindest mit bestehenden Technologien gleichstellen.

Das bestehende Regelwerk für Energiemarkt und Netzdienstleistungen ist jedoch weiterhin hauptsächlich auf zentrale Großanlagen ausgelegt. Dies zeigt sich zum Beispiel an langen Ausschreibungszeiten und hohen Schwellwerten für Regelleistungsprodukte oder an fehlenden Klarstellungen zum Thema Abgabenlast im Energiewirtschaftsgesetz. Dies ist heute weder technisch oder regulatorisch notwendig, noch im Sinne einer technologieneutralen und wettbewerbsstiftenden Regulierung.

Da diese Regeln und Marktarchitekturen effizientere Lösungen und den Einsatz von neuen Technologien erheblich erschweren oder sogar verhindern, ist das derzeitige System teuer, inneffizient und hinderlich für den beschriebenen Wandel. Es geht hierbei nicht um die Frage einer gezielten Förderung, sondern darum, die Rahmenbedingungen für die volkswirtschaftlich effizienteste, günstigste und nachhaltigste Lösung zu definieren. Es bedarf eines flexiblen und systemdienlichen Marktdesigns, welches die technische und wirtschaftliche Optimierung des Gesamtsystems zum Ziel hat.

Ein notwendiger Baustein dafür ist der verstärkte Einsatz von mobilen und stationären Batteriespeichern. Deren technologische Vorteile (z.B. schnelle und genaue Reaktion auf Netzschwankungen, Zwischenspeicherung von Solar- und Windstrom, sowie ein flexibler und dezentraler Einsatz) werden durch die momentan geltenden Rahmenbedingungen und Vergütungsmodelle nicht ausgeschöpft und teilweise sogar diskriminiert.

The Mobility House regt daher im Sinne eines effizienten und technologieneutralen Energiemarktsystems folgende Anpassungen an:

1. Einen bezüglich Ausschreibungszeiten, Mindestmengen und Leistungserbringung diskriminierungsfreien Zugang von dezentralen Speichern und Schwarmlösungen zum Energie- und Regelleistungsmarkt. Das dadurch steigende Angebot an Lösungen für die verschiedenen Dienste und Produkte hat einen marktgerechten Wettbewerb und ein effizienteres Gesamtsystem zur Folge. Dass Speichertechnologien schon heute reif für diesen Einsatz sind, zeigen erste Anwendungen in Deutschland sowie die rasante Ausbreitung von Batteriespeichern in einigen amerikanischen Bundesstaaten.

2. Eine leistungsgerechte Vergütung von Netzdienstleistungen, welche sich an wichtigen Leistungskennzahlen wie Genauigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit orientiert. Die Folge ist, dass Netzdienste von genau den Technologien angeboten werden, welche die besten technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für den jeweiligen Anwendungsfall bieten. Erfolgreich umgesetzt wird das bereits im Gebiet des amerikanischen Übertragungsnetzbetreibers PJM (ca. 60 Mio. Stromkunden), welcher durch die Berücksichtigung dieser Parameter mehr Wettbewerb zwischen den konkurrierenden Technologien geschaffen hat, mit der Folge eines effizienteren Gesamtsystems bei höherer Versorgungssicherheit.

3. Kostensenkungen in der Netzinfrastruktur durch dezentrale Speicher als gleichberechtigte Option im Netzentwicklungsplan. Dazu sollte ein technischer und wirtschaftlicher Vergleich aller Flexibilitätsoptionen (Speicher, Netzausbau, Einspeisemanagement) ermöglicht werden, um die volkswirtschaftlich sinnvollste Lösung zu finden. Hierzu muss die Transparenz von Netzdaten gewährleistet sein, damit angemessene Vorschläge unterbreitet werden können. Ein klarer Rechtsrahmen für Netzbetreiber ist notwendig für den Fall einer Entscheidung „pro Speicher“ zur Pufferung von lokalen Spitzenbedarfen und der damit verbundenen Vermeidung von zusätzlichem Netzausbau. Dies beinhaltet eine angemessene Vergütung des Netzbetreibers im Falle des Speichereinsatzes durch Dritte.

Der Batteriespeicher ist keine zusätzliche Komplexität einer sich ändernden Energiewelt, sondern ein essenzieller Teil der Lösung bestehender und neuer Herausforderungen im Sinne eines effizienteren Gesamtsystems. Die Technologie ist reif für einen wirtschaftlichen und systemdienlichen Einsatz. Nun gilt es, gleiche und faire Rahmenbedingungen für alle verfügbaren Technologien zu schaffen.

Damit folgt The Mobility House der Duesseldorfer Erklärung zum Stromspeicherausbau.

DOWNLOAD RAHMENBEDINGUNG FÜR SPEICHERSYSTEME

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