[UDPATE] Bund gibt Strom: Mit neuer Förderung bis zu 3.000 Euro für (semi-) öffentliche Ladestationen sichern

12. Januar 2017 Tobias Wagner Rund ums Laden des Elektroautos Schlagwörter: , , , 0 Comments

UPDATE

1. März 2017. Es geht los: Ab heute startet die Bundesförderung für öffentliche Ladeinfrastruktur. Im Rahmen des ersten Förderaufrufs können vom 1. März bis zum 28. April Förderanträge bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) gestellt werden. Zunächst werden zehn Millionen Euro für den Aufbau von Normalladeinfrastruktur bis 22 kW zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden bis zu 2.500 Schnellladepunkte gefördert. Die wichtigste Abweichung zur Förderrichtlinie betrifft die maximale Förderquote in Höhe von 40% für Ladestation und Netzanschluss.

Die Gelder werden nach dem „first come, first served“ Prinzip verteilt, schnell sein lohnt sich also. Damit Ihr Antrag so reibungslos wie möglich verläuft, haben wir für Sie eine Checkliste für den ersten Förderaufruf erstellt. Schritt für Schritt werden planungsrelevante Fragen für eine erfolgreiche Förderung geklärt. Alle förderfähigen Ladestationen finden Sie im Online Shop.

DOWNLOAD – Checkliste: 1. Förderaufruf
  • 300 Mio Euro Fördermittel für (semi-) öffentliche Ladeinfrastruktur von der Bundesregierung
  • Bis zu 3.000 Euro für einen Ladepunkt bis 22 kW Ladeleistung
  • Bis zu 30.000 Euro für DC-Schnellladestationen
  • Ladepunkte müssen öffentlich zugänglich sein

Wer kennt sie nicht, die Vorsätze für das neue Jahr. Man steckt sich große Ziele und trotz anfänglicher Motivation fällt das Resultat am Ende häufig eher mau aus. Doch nicht so bei der Bundesregierung: Sie macht Ernst in Sachen Elektromobilität und möchte dem Henne-Ei-Problem (Ladeinfrastruktur vs. Elektroautos) und auch den vielen Insellösungen beim Laden ab 2017 endlich ein Ende bereiten. In den nächsten Jahren kommen spannende und bezahlbare Elektroautos auf den Markt – wie etwa der neue VW e-Golf, Smart ED, Opel Ampera-e oder Tesla Model 3. Damit diese und bereits zugelassene Fahrzeuge öffentlich geladen werden können, stellt der Bund 300 Mio. Euro Fördermittel für den Aufbau einer flächendeckenden (semi-) öffentlichen Ladeinfrastruktur zur Verfügung. Von der Förderung profitieren dabei nicht nur große Unternehmen und Ladenetzbetreiber, sondern auch kleinere Unternehmen und Privatpersonen, die ihre Ladestation öffentlich zur Verfügung stellen.

Welche Art von Ladeinfrastruktur wird durch die Bundesregierung gefördert?

Ladepunkte bis 22 kW werden mit bis zu 3.000 Euro gefördert, Schnellladepunkt sogar mit bis zu 30.000 Euro. Zusätzlich zur Anschaffung der Ladestation, werden auch Kosten wie Montage und Netzanschluss von der Förderung abgedeckt. Neben den Höchstsummen gilt für alle Förderarten eine maximale Förderquote von 60 Prozent. Wichtig zu beachten ist, dass die geförderten Ladestationen gewisse technische Kriterien erfüllen müssen, damit die Ladevorgänge im (semi-) öffentlichen Raum auch abgerechnet werden können. Darunter fallen u. a. ein offener Kommunikationsstandard (z.B. OCPP) für die Anbindung eines Backends und ein Energiezähler, damit die Ladestation den Anforderungen des Mess- und Eichrechts entspricht.

Darüber hinaus empfiehlt der Bund nach der ISO/IEC 15118 Norm zertifizierte Ladestationen, um in Zukunft eine Vehicle-to-Grid Kommunikation zwischen Elektroauto und Infrastruktur via Power Line Communication zu ermöglichen. Neben Neuinstallationen kann die Verbesserung bestehender Ladepunkte gefördert werden – etwa die Erfüllung von Steckerstandards oder die Erhöhung der Ladeleistung. Auch der Austausch einer bestehenden Ladestation kann sich somit lohnen. Und falls Sie vorsorglich die Zuleitung größer dimensionieren möchten, um zukünftig schneller laden zu können, ist auch dies förderfähig.

An eine Förderung sind gewisse Bedingungen geknüpft. Welche?

Um Zugriff auf den Fördertopf zu haben, muss die Ladeinfrastruktur die vom Bund definierten Kriterien erfüllen. Grundsätzlich gilt, dass der installierte Ladepunkt in Einklang mit der Ladesäulenverordnung stehen muss. Das bedeutet, dass die Ladestation (semi-) öffentlich für jeden zugänglich ist, barrierefreies Laden (Stichwort Roaming) möglich ist und die geltenden Steckerstandards eingehalten werden. AC-Normalladepunkte bis 22 kW benötigen somit eine Typ 2-Steckdose, DC-Schnellladepunkte sind mit einem CCS-Stecker auszustatten. Aber auch die Ergänzung optionaler Ladepunkte (z.B. CHAdeMO) ist förderfähig. Um die volle Förderung zu erhalten, muss der Ladepunkt allerdings 24/7 zur Verfügung stehen. Andernfalls werden die Fördergelder um 50% gekürzt. Die Mindestverfügbarkeit liegt werktags bei zwölf Stunden, die Mindestbetriebsdauer bei sechs Jahren. Damit der Aufbau einer nachhaltigen Ladeinfrastruktur gewährleistet wird, muss der verwendete Strom aus erneuerbaren Energien stammen und durch einen Herkunftsnachweis belegt werden.

Next steps: Wie läuft das Antragsverfahren ab?

Sie möchten Ihren Förderantrag am liebsten sofort einreichen? Wichtig ist, dass sie vor Bewilligung der Zuwendung nicht mit dem Aufbau beginnen, jedoch können Sie bereits die grundsätzliche Planung vornehmen. Die Antragsteller werden dann im Rahmen von Förderaufrufen zur Einreichung von Anträgen aufgefordert, die von der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) veröffentlicht werden. Darin sind weitere Details enthalten und die nächsten Schritte werden erläutert. Förderanträge werden dann im ersten Schritt im elektronischen Formularsystem Easy-Online erfasst. Bis zum Start der Bundesförderung – vermutlich Ende Q1 2017 – halten wir Sie mit weiteren Details zur Förderung und aktuellen Informationen stets auf dem Laufenden. Gerne unterstützen wir Sie beim Aufbau einer öffentlichen Ladestation und beantworten Ihre Fragen zur Planung und der Beantragung der Förderung. Kontaktieren Sie uns einfach.

Die Förderrichtlinie der Bundesregierung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Denn die Frage in Sachen Elektromobilität lautet seit langem nicht mehr „ob“, sondern „wie“. Nach der Elektroauto-Förderung ist das der nächste Meilenstein auf dem Weg zur Mobilitätswende in Deutschland. Jetzt sind wir alle am Zug: Ladenetzbetreiber, große und kleine Unternehmen, aber auch Privatpersonen.

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